Lagebericht 2025
1. Darstellung des Geschäftsmodells
1.1. Geschäftsverlauf / Allgemeine Rahmenbedingungen
Aufgabe der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH (MBGT) ist die Stärkung der Eigenkapitalbasis von mittelständischen Unternehmen im Freistaat Thüringen durch offene und stille Beteiligungen.
Als Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft stellt die MBGT in fast jeder Unternehmensphase Beteiligungskapital bis zu einem Regelhöchstbetrag von € 1,5 Mio. bereit. Grundsätzlich sind auf Basis der Rückgarantieerklärungen in begründeten Ausnahmefällen auch Beteili-gungen bis zu einem Betrag von € 2,5 Mio. möglich.
II. Wirtschaftsbericht
Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2025 nach ersten Berechnun-gen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nach zwei Jahren Rezession nahm die Wirtschaftsleistung damit wieder leicht zu. Dies lag vor allem daran, dass der Staat und die die privaten Haushalte 2025 ihre Konsumausgaben ausweiteten. Insgesamt wird Deutschland den Prognosen nach im internationalen Vergleich erneut im Schlussfeld liegen.
Die Ausfuhren nahmen dagegen ab: Die exportorientierte Industrie befindet sich in einer schwierigen Lage, nicht zuletzt wegen der im internationalen Vergleich hohen Arbeits- und Energiekosten sowie bürokratischen Belastungen. Im Jahr 2025 sah sich das Verarbeitende Gewerbe mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert: So führten die höheren US-Importzölle, aber auch die Aufwertung des Euro gegenüber den Währungen wichtiger Handelspartner zu einer Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsposition deutscher Exporte auf wichtigen internationalen Absatzmärkten. Die sich verändernde Rolle der Volksrepublik China, die immer stärker als Konkurrent für deutsche Industrieprodukte auf-tritt, kam erschwerend hinzu. In diesem außenwirtschaftlichen Umfeld, das einen hohen Anpassungsdruck auf die deutsche Industrie erzeugte, gingen die Exporte erneut zurück, aber weniger stark als im Vorjahr.
Die schwierige Situation im Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich auch dadurch, dass erneut weniger in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investiert wurde. Deutlich höhere staatliche Investitionen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit glichen dies nicht aus – die Investitionen in Ausrüstungen nahmen insgesamt ab.
Auch in Bauten wurde 2025 erneut weniger investiert, dazu dürften insbesondere die nach wie vor hohen Baukosten beigetragen haben. Die durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel dürften aufgrund des Vorlaufs vieler Projekte frühestens ab 2026 zu spürbaren Impulsen führen.
Zwischen den Branchen gab es aber große Unterschiede:
Im Verarbeitenden Gewerbe wurde 2025 im dritten Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % ab. Nach einem positiven Jahresauftakt verschlechterte sich die Lage im Laufe des Jahres zuneh-mend. Zum Jahresende hin zeigten sich jedoch positive Signale, so nahmen die Auftragseingänge wieder zu. Insgesamt war der Rückgang der Bruttowertschöpfung damit weniger stark als in den Vorjahren. Vor allem große Bereiche wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau hatten aber erneut Einbußen zu verzeichnen. Beide Branchen sahen sich stärkerer Konkurrenz auf den weltweiten Absatzmärkten ausgesetzt. In der Chemieindustrie und anderen energieintensiven Industriezweigen unterschritt die wirtschaftliche Aktivität das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals leicht. Besser war die Entwicklung der Brutto-wertschöpfung im Sonstigen Fahrzeugbau. Diesem Bereich sind unter anderem die Her-stellung von Flugzeugen, Schiffen und Fahrzeugen für militärische Zwecke zugeordnet. Sein Einfluss auf die Gesamtentwicklung des Verarbeitenden Gewerbes ist derzeit jedoch vergleichsweise gering.
Auch für das Baugewerbe war 2025 erneut ein schwieriges Jahr. Die preisbereinigte Brut-towertschöpfung sank nochmals um 3,6 %, die Zahl der Insolvenzen nahm zu. Anhaltend hohe Baupreise bremsten insbesondere den Wohnungsbau deutlich aus. Auch das Ausbaugewerbe musste erneut einen Rückschlag hinnehmen. Besser war die Lage im Tiefbau:
Der Neubau und die Instandsetzung etwa von Straßen, Bahnstrecken oder Energienetzen sorgten dafür, dass das Vorjahresniveau leicht übertroffen werden konnte.
Im Dienstleistungsbereich zeigte sich ein gemischtes Bild: So sank die preisbereinigte Brut-towertschöpfung der Unternehmensdienstleister (-0,8 %) im Vergleich zum Vorjahr. Dies war vor allem auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in den Branchen Werbung und Marktforschung, wissenschaftlich-technische Tätigkeiten sowie in der von einer überdurch-schnittlich hohen Insolvenzhäufigkeit betroffenen Arbeitnehmerüberlassung zurückzufüh-ren. Die sonstigen Dienstleister, etwa für Sport, Unterhaltung und Erholung, mussten eben-falls Einbußen (-0,3 %) hinnehmen.
Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung dagegen an (+1,2 %). Hierzu trug insbesondere der Einzelhandel bei. Das Gastgewerbe erwirtschaftete hingegen weniger als im Vorjahr. Im Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation stieg die Wirtschaftsleistung zwar ein weiteres Mal (+1,3 %), das Wachstum war aber schwächer als in den Vorjahren. Auch im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wuchs die Wertschöpfung erneut (+1,4 %).
Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat konsumierten im Jahr 2025 deutlich mehr als im Vorjahr. Preisbereinigt stiegen die privaten Konsumausgaben um 1,4 % und die staatlichen Konsumausgaben um 1,5 %.
Die Bruttoanlageinvestitionen gingen dagegen erneut zurück, mit -0,5 % allerdings weniger stark als in den Jahren zuvor. In einem für den deutschen Außenhandel turbulenten Jahr verzeichneten auch die Exporte 2025 nochmals Verluste (-0,3 %). Die schwierige Situation der Exportwirtschaft hatte sich schon 2023 und 2024 in sinkenden Ausfuhren gezeigt. Die Importe legten 2025 dagegen deutlich um 3,6 % zu. In den beiden Jahren zuvor waren auch sie gesunken.
Die preisbereinigten Konsumausgaben des Staates stiegen 2025 vergleichsweise kräftig um 1,5 %. Hierbei handelt es sich um Ausgaben für öffentliche Leistungen wie Bildung oder Gesundheit. Hauptursache für den Anstieg war, dass die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgeben musste. Auch das vom Staat gezahlte Arbeitnehmerentgelt erhöhte sich weiter.
Die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland stiegen im Jahr 2025 preisbereinigt um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Haushalte gaben zu Beginn des Jahres deutlich mehr für Waren und Dienstleistungen aus, steigerten ihren Konsum in der zweiten Jahreshälfte aber kaum noch. Das Weihnachtsgeschäft schätzt der Einzelhandel Umfragen des Handelsverbands Deutschland zufolge als überwiegend enttäuschend ein.
Im Gesamtjahr 2025 gaben die privaten Haushalte nach den bislang vorliegenden Daten besonders für Gesundheit, etwa Arzneimittel oder privat bezahlte Behandlungen, mehr Geld aus als im Vorjahr (+3,8 %). Auch die Ausgaben für Möbel (+2,8 %) sowie für Bekleidung und Schuhe nahmen zu (+2,1 %), nachdem sie 2024 noch zurückgegangen waren. Für Mobilität gaben die Haushalte 2,7 % mehr aus. Dazu trugen vor allem die gestiegenen Pkw-Käufe bei. Die Ausgaben für Freizeit, Sport, Kultur und Bildungsdienstleistungen stie-gen ebenfalls (+2,0 %).
Weniger als im Vorjahr gaben die privaten Haushalte dagegen erneut für Gastronomie und Beherbergung aus (-0,6 %). Außer für Nahrungsmittel waren die Preise in den vergangenen Jahren nirgends so stark gestiegen wie in diesem Bereich. Auch 2025 war die Teuerung bei den Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen deutlich höher als die Inflationsrate insgesamt.
Die Bauinvestitionen gingen um 0,9 % zurück. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge. Hohe Baupreise dürften dazu geführt haben, dass vor allem Vorhaben im Wohnungsbau nicht realisiert wurden. In Wohnbauten wurde 2,4 % weniger investiert. Mehr investiert wurde dagegen in Nichtwohnbauten (+1,3 %), also beispielsweise in Straßen, Brücken, Fabriken oder Bürogebäude. Die nichtstaatlichen Bauinvestitionen zusammen – sie machen etwa 85 % der gesamten Bauinvestitionen aus – sanken um 1,1 %. Auch die staat-lichen Bauinvestitionen gingen leicht um 0,1 % zurück, nachdem sie im Vorjahr noch kräftig gestiegen waren.
Die durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität möglich gewordenen Bauvorhaben dürften aufgrund des Vorlaufs vieler Infrastrukturprojekte frühestens ab die-sem Jahr in den Investitionen sichtbar werden.
Investitionen in Ausrüstungen – also Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – nahmen im Jahr 2025 preisbereinigt um 2,3 % im Vergleich zum Vorjahr ab. Vor allem das 1. Halbjahr 2025 war von einer deutlichen Investitionszurückhaltung geprägt, die auch die oftmals stützend wirkenden Neuzulassungen gewerblicher Pkw betraf. Diese stiegen erst im 2. Halbjahr 2025 wieder kräftig gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 sanken die Investitionen in Fahrzeuge geringfügig (-0,1 %). In Maschinen und Geräte (-3,3 %) wurde im Jahr 2025 hingegen deutlich weniger investiert als 2024. Das war der vierte Rückgang in Folge in dieser wichtigen Investitionskategorie.
Die Thüringer Betriebe des Bereichs Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe mit 50 und mehr Beschäftigten registrierten im Zeitraum von Januar bis Dezember 2025 einen nomi-nalen Umsatz von 36,8 Milliarden Euro. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, entspricht dies einem nominalen Umsatzplus von rund 178,0 Millionen Euro (+0,5 %) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Da nur Deutschland zu diesem frühen Zeitpunkt bereits ein BIP-Ergebnis für das Jahr 2025 veröffentlicht, können für internationale Vergleiche aktuell nur Prognosen herangezogen werden. Die Europäische Kommission erwartet in ihrer Herbstprognose einen Anstieg des preisbereinigten BIP um 1,4 % für die 27 EU-Mitgliedstaaten. Unter den großen EU-Mit-gliedstaaten entwickelte sich die Wirtschaftsleistung in Deutschland im Jahr 2025 voraus-sichtlich am schwächsten.
Insbesondere in Süd- und Osteuropa zeichnen sich teils kräftige Zuwächse gegenüber dem Jahr 2024 ab. So prognostiziert die Europäische Kommission für Polen und Spanien eine Zunahme des preisbereinigten BIP von 3,2 % beziehungsweise 2,9 %. In Frankreich (+0,7 %) und in Italien (+0,4 %) entwickelte sich die Wirtschaftsleistung dagegen nur wenig besser als in Deutschland.
Ein geringeres Wachstum als in Deutschland prognostiziert die Europäische Kommission nur für Finnland (+0,1 %). Außerhalb von Europa wuchs das preisbereinigte BIP laut Prognose in den USA um 1,8 % und in der Volksrepublik China um 4,8 % gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund des zwischenzeitlichen Regierungsstillstands („Shutdown“) in den USA basiert diese Prognose jedoch auf einer weniger belastbaren Datenlage als üblich.
Die Thüringer Gewerbeämter meldeten von Januar bis Dezember 2025 mehr Gewerbean-meldungen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Nach Mitteilung des Thürin-ger Landesamtes für Statistik erhöhte sich die Anzahl der Anmeldungen auf 12.028 Anzeigen. Die Anzahl der Gewerbeabmeldungen betrug 12.104 Anzeigen. Somit ergab sich wiederum ein negativer Saldo.
In den Monaten Januar bis Dezember waren in den Thüringer Industriebetrieben durch-schnittlich 139.818 Personen beschäftigt und damit 3.816 Personen weniger als im ver-gleichbaren Vorjahreszeitraum (-2,7 %).
Im Jahr 2025 haben die Firmeninsolvenzen in Deutschland mit insgesamt 17.604 Insolven-zen einen neuen Höchststand seit 2005 erreicht. Besonders betroffen ist das verarbeitende Gewerbe. Frühindikatoren deuten auch für das erste Quartal 2026 auf hohe Insolvenzzah-len hin.
Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 % gegenüber 2024 erhöht. 2023 hatte die Jahresdurchschnittsrate bei +5,9 % gelegen, 2022 bei +6,9 % und 2021 bei +3,1 %.
Die Europäische Zentralbank ist entschlossen, sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 % stabilisiert und daher in seiner Sitzung vom 05.02.26 entschieden, den Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinan-zierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität unverändert bei 2,00 %, 2,15 % bzw. 2,40 % zu belassen.
III. Geschäftsverlauf
Im vergangenen Geschäftsjahr betrug das bewilligte Volumen für stille Beteiligungen -ohne stille Beteiligungen aus dem Programm MBGinno- T€ 5.775. für neun Unternehmen (VJ T€ 6.742, 17 Unternehmen). Es lag damit u. a. wegen krisenbedingter Unsicherheiten unter dem Niveau des Jahres 2024 und unter den getroffenen Annahmen zur Planung (T€ 6.500). Im Rahmen des Programms MBGinno wurde eine stille Beteiligung in Höhe von T€ 1.750 (Vorjahr T€ 1.492 für fünf Unternehmen) genehmigt.
Von dem valutierenden Gesamtvolumen entfielen 61 % auf die Industrie, 12 % auf den Einzelhandel, 7 % auf das Handwerk, 6 % auf die Informationswirtschaft, 5 % auf den Groß- und Außenhandel, jeweils 4 % auf das Dienstleistungsgewerbe und das sonstige Gewerbe sowie 1 % auf das Hotel- und Gastgewerbe und den Verkehr.
Für vertraglich vereinbarte Beteiligungen konnte die MBGT in 2025 Mittel in Höhe von T€ 6.298 (Vorjahr T€ 5.353) auszahlen. Das Kapital floss in 18 Beteiligungsunternehmen (Vorjahr 16 Beteiligungsunternehmen). Dem gegenüber stehen Abgänge in Höhe von T€ 8.237 (Vorjahr T€ 3.966). Hierbei handelt es sich um sieben planmäßige Rückführun-gen, drei vorzeitige Rückführungen, 13 ratierliche Rückführungen bereits fälliger Beteili-gungen sowie sieben Ausfälle. Das Rückführungsvolumen (T€ 5.508) bewegte sich damit über dem Planungsniveau (T€ 4.320) Das Ausfallvolumen (T€ 1.980) für stille Beteiligun-gen – ohne stille Beteiligungen aus dem Programm MBGinno – liegt unter den getroffenen Annahmen gegenüber der Planung (T€ 2.500). Darüber hinaus sind eine stille Beteiligung der haftungsfrei gestellten Beteiligungen aus dem Programm MBGinno über T€ 350 sowie zwei offenen Beteiligungen über insgesamt T€ 400 ausgefallen.
Insgesamt stieg damit entgegen den Erwartungen (Plan T€ 44.835) das in Thüringer Un-ternehmen investierte Kapital der MBGT per Saldo in 2025 um T€ 1.235 auf T€ 46.070 zum Bilanzstichtag. Für geschlossene Beteiligungsverträge wurden T€ 3.697 (Vorjahr T€ 3.069) noch nicht ausgezahlt.
Die Bürgschaftsbank Thüringen GmbH (BBT) besorgt die Geschäfte der MBGT, die – mit Ausnahme der Geschäftsführer – über kein eigenes Personal verfügt.
2. Darstellung der Vermögens-/ Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
I. Ertragslage
Die MBGT berechnet nach ihren Geschäftsbedingungen und entsprechend den Vereinba-rungen in den Gesellschaftsverträgen über die stillen Beteiligungen als Beteiligungsentgelt feste und gewinnabhängige Vergütungen.
Die Erträge aus Beteiligungen betrugen T€ 3.733 und lagen damit um T€ 358 über dem Vorjahresniveau (T€ 3.375).
Aus Geldanlagen wurden T€ 151 (Vorjahr T€ 210) Zinserträge erzielt.
Die Erträge aus Geschäftsbesorgung in Höhe von T€ 111 (Vorjahr T€ 66) resultieren aus der Bearbeitung der Mikromezzaninbeteiligungen (T€ 62) sowie der Fondsverwaltung aus dem Programm MBGinno (T€ 49).
Entsprechend den Regeln aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag mit der BBT werden ein Teil der festen Entgelte sowie Bearbeitungsgebühren an die Bürgschaftsbank in Höhe von T€ 1.641 zur Deckung der allgemeinen Verwaltungs- und der Personalkosten abgeführt (Vorjahr T€ 1.492).
Die Refinanzierungsaufwendungen sowie die sonstigen Zinsaufwendungen (T€ 500) sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 62 gestiegen (T€ 438).
Im Berichtsjahr bildete die MBGT Einzelwertberichtigungen auf Beteiligungen des Anlagevermögens in Höhe von T€ 751 (Vorjahr T€ 898). Im Gegenzug konnten Einzelwertberich-tigungen in Höhe von T€ 403 (Vorjahr T€ 271) aufgelöst werden. Zum Bilanzstichtag ist der einzelwertberichtigte Beteiligungsbestand um T€ 2.515 auf T€ 8.154 (Vorjahr T€ 10.669) gesunken, was einem Anteil von 17,7 % (Vorjahr 22,2 %) entspricht.
Die MBGT erzielte im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von T€ 997 (Vorjahr T€ 682). Unter Berücksichtigung der Planung, der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der unverändert vorsichtigen Risikopolitik wird das Ergebnis als gut eingeschätzt.
Der Jahresüberschuss 2025 wurde gemäß § 14 des Gesellschaftsvertrages in die Gewinnrücklage eingestellt.
II. Vermögens- und Finanzlage
Die MBGT weist zum 31.12.2025 eine Bilanzsumme von T€ 55.065 (Vorjahr T€ 54.760) aus. Die Aktiva bestehen im Wesentlichen aus den stillen Beteiligungen im Finanzanlage-vermögen in Höhe von T€ 41.329, die im Vergleich zum Vorjahr (T€ 42.602) um T€ 1.273 abgenommen haben. Im Umlaufvermögen sind die Guthaben bei Kreditinstituten mit T€ 9.584 (Vorjahr T€ 7.534) und die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit T€ 2.358 (Vorjahr T€ 2.577) ausgewiesen.
Das Stammkapital von T€ 9.958 ist vollständig eingezahlt. Unter Hinzurechnung von Kapi-talrücklage sowie Gewinnrücklage einschließlich eingestelltem Jahresüberschuss verfügt die Gesellschaft über ein bilanzielles Eigenkapital in Höhe von T€ 31.699, das sich gegen-über dem Vorjahresstichtag (T€ 30.701) um das ausgewiesene Jahresergebnis (T€ 997) erhöhte. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31.12.2024 57,6 % (Vorjahr 56,0 %).
Die Passiva enthalten des Weiteren fristenkongruent zu den einzelnen Beteiligungen aufgenommene KfW-Refinanzierungsdarlehen in Höhe von T€ 18.794 (Vorjahr T€ 21.594) so-wie weitere Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 4.249 (Vorjahr T€ 2.131), davon für Refinanzierungsdarlehen für stille Beteiligungen aus dem Programm RegioInnoGrowth in Höhe von T€ 3.242 (Vorjahr T€ 1.492). Der für ERP-Beteiligungsprogramme eingeräumte Kreditrahmen beträgt nach Anpassung im Jahr 2015 T€ 35.000 für kurz- bis mittelfristigen Re-finanzierungsbedarf. Zum 31.12.2025 ist dieser mit T€ 24.369 inklusive T€ 5.575 Kreditzusagen (Vorjahr T€ 27.894) belegt. In den weiteren Verbindlichkeiten sind zur Auszahlung vorgesehene und zur Verfügung durch die NBank gestellte Mittel sowie vereinnahmte ab-zuführende Entgelte und Rückführungsbeträge an die NBank in Höhe von T€ 592 (Vorjahr T€ 168) aus dem Mikromezzaninfonds Deutschland enthalten. Diese werden durch die MBGT treuhänderisch verwaltet.
Die Rückstellungen beinhalten die Pensionsrückstellungen für ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung in Höhe von T€ 232 (Vorjahr T€ 248).
Die sonstigen Rückstellungen belaufen sich auf T€ 91 (Vorjahr T€ 86).
Die Liquidität der Gesellschaft war zu jedem Zeitpunkt gegeben. Basis ist der Bestand an kurzfristig verfügbaren Bankguthaben. Die Liquidität wird weiterhin gesichert durch eine grundsätzliche fristenkongruente Refinanzierung durch die KfW bei Beteiligungszusagen und das Wahlrecht des Abrufs der Refinanzierung innerhalb eines Jahres.
Die Geschäftsführung sieht die Vermögens- und Finanzlage als geordnet an.
3. Prognosen-, Chancen- und Risikobericht
Zur Begrenzung der Adressenausfallrisiken wurden Beteiligungen durch die MBGT grundsätzlich unter Hereinnahme von im Regelfall 70 %igen Garantien der BBT eingegangen. Für alle erkennbaren Risiken unter Annahme einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wurde durch die Bildung von Wertberichtigungen Vorsorge getroffen. Dem Eigenobligo von T€ 13.948 (Vorjahr T€ 14.624) aus den im Bestand befindlichen 125 Beteiligungen (Vorjahr 135 Beteiligungen) stehen Einzel- und Pauschalwertberichtigungen in Höhe von T€ 2.947 (Vorjahr T€ 3.361) gegenüber. Unter Einbeziehung des Eigenkapitals sind alle eventuellen Risiken vollständig abgedeckt.
Die notwendige Risikovorsorge wird dabei durch die Gesellschaft unter Berücksichtigung der Entwicklung der Bonität des Beteiligungsnehmers getroffen. Die Beteiligungen werden jährlich nach Vorlage der Jahresabschlüsse mittels des Ratingsystems des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken und weitergehender Analysen bewertet und laufend im Rahmen des Risikomanagements überwacht.
Die Risikobeurteilung im Neugeschäft erfolgt mittels der zu erstellenden Beteiligungsgutachten des potenziellen Beteiligungsunternehmens. Basis sind die betriebswirtschaftlichen Daten der Unternehmen, Betriebsbesuche und Gespräche mit der Geschäftsleitung. Die Ergebnisse werden mit abschließender Stärken-/Schwächen-Analyse den Entscheidungs-gremien Beteiligungsausschuss in einer ausführlichen Vorlage vorgelegt.
Branchenmäßige Klumpenrisiken sind durch die Tätigkeit in allen Wirtschaftszweigen weitgehend ausgeschlossen. Das Liquiditätsrisiko ist durch das vergleichsweise konstante Ge-schäft und die jederzeit verfügbaren Bankguthaben gering.
In Deutschland kam es in der jüngeren Vergangenheit zu einer Rezession: Im Jahr 2024 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 0,5 % niedriger als im Vorjahr, 2023 ging die Wirtschaftsleistung um 0,9 % zurück; dass die Wirtschaft in Deutschland zwei Jahre in Folge schrumpfte, kam zuletzt vor über 20 Jahren vor.
Die Wirtschaftsinstitute sehen für das Jahr 2026 Wachstumsraten zwischen 0,8 und 1,5 %. Im Jahr 2027 könnte es laut den Instituten ähnlich weitergehen. Damit hätte Deutschland die Rezession der letzten beiden Jahre zwar überwunden, das BIP würde aber kaum wachsen. Nach einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) aus dem Winter 2025 hat sich die deutsche Wirtschaft in 2025 stabilisiert und blickt einem finanzpolitisch gestützten Aufschwung ab dem kommenden Jahr entgegen. Entscheidend für den Aufschwung sei, dass die öffentlichen Mittel wirklich zusätzlich verwendet werden.
Die Probleme, mit denen die deutsche Wirtschaft kämpft, sind vielfältig. Insbesondere belasten außenwirtschaftlich nach dem Amtsantritt von US-Präsident Trump und dessen Zollpolitik Handelsrisiken die Konjunkturaussichten. Deutschland ist grundsätzlich als exportorientierte Volkswirtschaft besonders von der allgemeinen weltwirtschaftlichen Schwäche der letzten Jahre betroffen, welche unter anderem durch die Folgen des Krieges in der Ukraine und anderer geopolitischer Spannungen ausgelöst bzw. verstärkt wurden. Gleichzeitig ist die Binnennachfrage schwach, da Unternehmen, auch aufgrund der wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten, nur zurückhaltend investieren. Zudem müssen die deutschen Unternehmen den energiepolitischen Kurs bewältigen, sich unverändert hohen Bürokratieanforderungen sowie ausbleibenden Reformen stellen und die demografische Entwicklung bewältigen.
Bereits seit dem Herbst liefert vor allem eine Ausweitung der öffentlichen Nachfrage wichtige konjunkturelle Impulse. Die Privatwirtschaft entwickelt sich dagegen bislang verhaltener. Globale handelspolitische Unsicherheiten, hohe Produktionskosten und strukturelle Schwächen bescheren insbesondere der deutschen Exportindustrie Sorgenfalten. Insgesamt ist die Stimmung derzeit nicht optimistisch – zumal die anfängliche Zuversicht, dass die neue Bundesregierung durch Reformen schnell für eine Besserung der langfristigen Wachstumsaussichten sorgen würde, einer Ernüchterung gewichen ist.
Ein dynamischer Aufschwung zeichnet sich noch nicht ab, weil viele strukturelle Probleme zunächst ungelöst bleiben. Maßgeblich ist die expansive Ausrichtung der Finanzpolitik. Die
verfügbaren fiskalischen Spielräume ermöglichen steigende öffentliche Investitionen und einen kräftigen Staatskonsum. Die zunehmende inländische Nachfrage dürfte Ausrüstungsinvestitionen und Bauaktivität beleben, während sich Produktion, Beschäftigung und privater Konsum schrittweise erholen.
Unternehmen werden sich nach unserer Einschätzung auch weiterhin mit Investitionen zurückhalten, bis angekündigte Strukturreformen umgesetzt werden, dies trifft im besonderen Maße auch auf Thüringen zu, wo die amtierende Landesregierung über keine parlamentarische Mehrheit verfügt.
Unverändert fehlen nach unserer Meinung die für die mittelständische Wirtschaft wichtigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen und Reformen. Und die geopolitischen Risiken, die sich aus der instabilen politischen Weltlage und dem Konflikt mit dem Iran ergeben, können noch nicht abgeschätzt werden.
Hoffnung und Chancen ergeben sich aus den Entwicklungen anderer europäischer Länder, die sich ähnlichen globalen Herausforderungen stellen müssen und diesen erfolgreich mit Strukturanpassungen begegnen.
Auch der Antritt, den zeitlichen und finanziellen Aufwand zur Erfüllung immer umfangreicherer öffentlicher Auflagen einzudämmen, könnte der Wirtschaft Auftrieb verleihen und für eine erhöhte Investitionsbereitschaft in Deutschland bzw. Thüringen sorgen.
Das Beteiligungsgeschäft wird getragen von der Finanzierung von Nachfolgen und Über-nahmen, die sich auch 2026 fortsetzen dürften.
Schon immer wurde dem Aspekt eines nachhaltigen Geschäftsmodells große Beachtung geschenkt. Bei Beteiligungen werden ESG-Kriterien aus den Bereichen Umwelt (Environ-mental), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance) berücksichtigt. Sie spielen derzeit eine untergeordnete Rolle und verursachen zusätzlichen administrativen Aufwand. Ob sich daraus neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, bleibt abzuwarten; positive Erwartungen haben sich bislang nicht erfüllt.
Für 2026 liegt eine vorzeitige Kündigung einer stillen Beteiligung über T€ 240 vor.
Der Geschäftsplan weist für 2026 ein Neugeschäftsvolumen in Höhe von € 6,5 Mio. für stille Beteiligungen aus. Insgesamt rechnen wir für 2026 unter Berücksichtigung der unverändert schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation sowie der vertraglich zu erwartenden Rückführungsvereinbarungen mit einem leichten Rückgang des Beteiligungsbestands für stille Beteiligungen.
In der Planung wird von leicht geringeren Einnahmen bei den festen sowie gewinnabhän-gigen Entgelten ausgegangen, was auf das geringere Bestandsvolumen zurückzuführen ist; ein deutlicherer Rückgang ist bei den Agien zu erwarten. Die Aufwendungen für Refinanzierungen aus ERP-Darlehen werden deutlich rückläufig sein, weil sich der Darlehens-bestand weiter reduziert und wegen der guten Eigenmittelausstattung keine weiteren Re-finanzierungsdarlehen aufgenommen werden sollen. Freie Liquidität wird in kurzfristigen Termingeldanlagen angelegt. Die Aufwendungen für die Geschäftsbesorgung durch die Bürgschaftsbank Thüringen GmbH werden deutlich sinken (ca. 15 %); die sonstigen be-trieblichen Aufwendungen werden voraussichtlich nur geringfügig ansteigen. Insgesamt wird sich das operative Ergebnis 2025 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um ca. 32 % verringern. was insbesondere auf den Rückgang der geplanten Erträge zurückzuführen ist. Für 2026 rechnen wir mit einem negativen Bewertungsergebnis, das sich unter Berücksichtigung der schwierigen Wirtschaftslage sowie des Bestandsrückgangs um ca. 18 % reduziert. Die Geschäftsführung geht im Vergleich zum Jahresergebnis 2025 für das Geschäftsjahr 2026 von einem weiterhin zufriedenstellenden positiven Jahresergebnis aus.
Wesentliche Risiken für die Geschäftsentwicklung der MBGT werden derzeit durch die Ge-schäftsführung nicht gesehen.
Erfurt, 30. März 2026
Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH
Michael Burchardt Stefan Schneider